Worum geht es bei der Achtsamkeit?


 Die Einbindung von Achtsamkeit ist der zentrale Bestandteil meiner Arbeitsweise. Sie ist in all meinen Vorgehensweisen in Psychotherapie und Coaching integriert. Im folgenden stelle ich Ihnen die Achtsamkeit näher vor.

 

Der Begriff Achtsamkeit  (englisch "Mindfulness") wird heute sehr häufig und in vielen Zusammenhängen verwendet. Manchmal hat man das Gefühl, es ist zu einem "Modewort" unserer Zeit geworden, das zum Teil inflationär und beliebig in allerlei Zusammenhängen verwendet wird.

 

Deshalb ist mir wichtig, Ihnen den Kern der Achtsamkeit nahe zu bringen! Vorausschicken möchte ich, dass ACHTSAM SEIN an sich nichts mit Spiritualität oder Esoterik zu tun hat.

 

 

Was sind die Kernelemente von Achtsamkeit?


Buddhastatue in Meditation

 

  • Sich bewusst machen, was ich im gegenwärtigen Moment erlebe (auf körperlicher, sinnlicher und mentaler Ebene).
  • Sich der dabei ablaufenden inneren Prozesse - Bewusstseinsprozesse - gewahr werden (Gedanken, Gefühle).
  • Sich selbst mit Akzeptanz, Neugierde, Offenheit und einem liebevollen Herzen begegnen.
  • Letzlich die Kunst vollkommen im Hier und Jetzt zu sein!

 

 

 

 

Woher kommt die Achtsamkeit?


Der Potala Palast in Lhasa, Tibet bei Sonnenaufgang
Potala Palast in Lhasa, Tibet

 

Die Achtsamkeit  kommt aus dem Buddhismus und hat eine sehr lange Tradition. Auf Pali - der damaligen Schriftsprache der Gelehrten - heisst sie "SATI". Der Buddha lehrte sie bereits vor gut 2.500 Jahren und bezieht sich in unzähligen Stellen der Schriften (Sutren) auf Achtsamkeit (SATI).

 

Eine besondere Bedeutung kommt hier dem Satipatthana Sutra zu, den Unterweisungen zum vierfachen Kultivieren von Achtsamkeit.

 

 

 

 

Das Satipatthana Sutra


Die "vier Grundlagen der Achtsamkeit" nach dem Satipatthana Sutra sind

 

  1. die Achtsamkeit auf den Körper
  2. die Achtsamkeit auf die Gefühle/Empfindungen (Bewertung als positiv, negativ oder neutral)
  3. die Achtsamkeit auf den Geist (dessen aktueller Zustand bzw. Veränderungen des Zustands, z. B. abgelenkt, konzentriert, verwirrt)
  4. die Achtsamkeit auf die Geistesobjekte (d.h. alle äußeren und inneren Objekte/Dinge/Gedanken, die im Moment wahrgenommen werden)

 

Erste wissenschaftliche Studien zum Einsatz von Achtsamkeitsmeditation im Bereich der Psychotherapie wurden ab den späten 1970er Jahren durchgeführt. Einen entscheidenden Einfluss hatte hierbei die Arbeit von Jon Kabat-Zinn, der Achtsamkeitstechniken (inzwischen bekannt als "Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion" oder MBSR) zunächst bei Patienten mit chronischen Schmerzen einsetzte.

 

Seitdem nahm das Forschungsinteresse an dem Thema stetig zu, und es wurden auch verschiedene andere (überwiegend kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte) Therapieansätze entwickelt, die Achtsamkeitstechniken einsetzen.  Auch die von Luise Reddemann auf psychoanalytischer Grundlage entwickelte Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie enthält als wesentliches Elemente eigenständige Achtsamkeitsübungen.

 

Inzwischen wird das Prinzip der Achtsamkeit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Störungen bzw. Probleme eingesetzt, nicht zuletzt auch um dem immer weiter verbreiteten Stress in Berufs- und Arbeitswelt (Stichwort "Burn-Out") entgegen zu wirken (Stichwort "Resilienz").

 

 

Was ist Achtsamkeitsmeditation?


Buddhastatue in schwarz und golden in Meditation
Buddhastatue in Meditation

 

  • Wendet sich dem zu was JETZT gerade im Körper und Geist passiert.
  • Die eigenen Körperempfindungen, Sinneseindrücke, Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und zu beobachten, ohne diese zu bewerten.
  • Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen dürfen kommen und auch wieder gehen, ohne dass ich darauf gleich reagieren muss.
  • Gedanken, Gefühle und Reaktionen können aus einer anderen Perspektive betrachtet, besser geordnet und differenziert werden - Beobachterposition.

 

 

Die Konsequenz:

  • Man lernt nach und nach, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind und sich nicht permanent dagegen zu wehren oder die Dinge anders haben zu wollen.

 

  • Als Folge stellt sich eine größere innere Ruhe und Gelassenheit ein, mit der der Alltag entspannter, ausgeglichener und friedvoller bewältigt werden kann.

 

 

Wichtige Ergebnisse der Forschung zur Achtsamkeitsmeditation


Statue - Buddhakopf in Gold
Buddhakopf in Gold

 

 

Die Wirksamkeit von Achtsamkeitsmeditation ist mittlerweile durch eine Vielzahl von klinischen Studien in den letzten 25 Jahren sehr gut erforscht und belegt.

 

 

Ich fasse im folgenden die wichtigsten wissenschaftlich nachgewiesenen Effekte für die Bereiche Psychotherapie und Coaching zusammen.

 

 

 

 

Nutzen in der Psychotherapie


  • Fähigkeit sich von den eigenen quälenden Gefühlen, Gedanken und Reaktionen zu distanzieren
  • Reduzierung der Angstsymptome
  • Verminderung von depressiven Episoden
  • Besserer Umgang mit Schmerz
  • Verbesserte Immunfunktion
  • Steigerung der Empathie
  • Erhalt der kognitiven Fähigkeiten im Alter (Demenz Prophylaxe)
  • Erhöhte Lebensqualität

 

Nutzen im Coaching


  • Verbesserung der Selbstführung
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
  • Fokussierung auf das Wesentliche
  • Reduktion von Stress durch Senkung des Bludrucks und Cortisol Spiegels
  • Erhöhung der Resilienz (= psychische Widerstandsfähigkeit mit schwierigen und belastenden Situationen umzugehen)
  • Steigerung der Kreativität

 

 

Meditationsforschung: Die heilende Kraft von Meditation


Eine wundervolle Dokumentation über den positiven Einfluss von Meditation auf unser Gehirn erhalten Sie in der folgenden Dokumentation DIE HEILSAME KRAFT DER MEDITATION auf ARTE.